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Kooperierende Berufsschulen berichten

"Unsere Kompetenzen sind gefragt" - BBS Wirtschaft Koblenz

„Wir erwarten interessierte und leistungsbereite Studierende, die uns mit theoretischem Wissen aus dem Studium fordern…“

Die BBSW (Berufsbildende Schule für Wirtschaft) Koblenz ist Partner des dualen Studiengangs „Business Administration“ an der HS Koblenz und der IHK (Industrie- und Handelskammer) Koblenz – dieser startete 2013.

Die Studierenden können im dualen ausbildungsintegrierten Studiengang zwei Abschlüsse erwerben:

  • den Bachelor of Science „Business Administration“ nach 3,5 Jahren an der HS Koblenz
  • den IHK-Ausbildungsabschluss „Industriekauffrau/-mann" nach 2,5 Jahren

Dem Studium vorgeschaltet ist ein Ausbildungsjahr, in dem auch die Berufsschule besucht wird.
Wir haben mit der HS Koblenz vereinbart, dass wir als Berufsschule einige Inhalte im Studienplan übernehmen und diese auch mit „Credit Points“ für die Studierenden angerechnet werden. Besonders unsere Kompetenz in den Grundlagenfächern „Kosten- und Leistungsrechnung“ sowie „Business English“ ist dabei gefragt.
Aufgrund unserer Erfahrungen mit der Begleitung einer „normalen“ Ausbildung haben wir uns bereits darauf eingestellt, dass wir für die dual Studierenden wahrscheinlich mehr Betreuungsleistungen erbringen müssen: Die Kombination von Studium und Ausbildung fordert die Studierenden sehr, so dass wir sicherstellen wollen, dass sie beides gut zuende bringen!
Trotz der Mehrbelastung sehen wir als Berufsschule der Herausforderung „duales Studium“ gespannt entgegen – wir erwarten interessierte und leistungsbereite Studierende, die uns mit theoretischem Wissen aus dem Studium fordern.
Auch aus der Zusammenarbeit mit den Hochschulen ergeben sich sicher neue Impulse, bislang haben sich unsere Ausbildungsfelder ja noch nie berührt!

Gudrun Wienecke, BBSW Koblenz

Rolle der Berufsschulen im Studienverlauf: Erfahrungsaustausch der Beteiligten am dualen Studiengang „Business Administration“

Die Berufsbildende Schule Wirtschaft in Koblenz ist Partner im neuen dualen Studiengang „Business Administration“ der HS Koblenz. Die ersten 15 dual Studierenden werden von uns mit Ziel auf den IHK-Ausbildungsabschluss „Industriekauffrau/-mann“ unterrichtet.

Dabei ist dem Studium eine neunmonatige Praxisphase vorgeschaltet, die die Studierenden in Ihrem Ausbildungsbetrieb verbringen und dabei an zwei Wochentagen unsere Berufsschule besuchen!
Wir sind verantwortlich für der Lernfeld „Kosten- und Leistungsrechnung“ sowie das Fach „Englisch“. Sofern bestanden, werden diese Leistungen der dual Studierenden von der Hochschule anerkannt.

Da es sich um einen neuen Studiengang handelt, sind alle Beteiligten sehr am gegenseitigen Austausch interessiert, um frühzeitig Problemen im Studienablauf begegnen zu können.
Besonderes Augenmerk lag beim ersten Treffen der Kooperationspartner im Februar 2014 darauf, wie der „Workload“ aus Studium und Ausbildung/ Berufsschule für die Studierenden am besten zu bewältigen ist. So ist beispielsweise von Seiten unserer Berufsschule der Stoff für die dual Studierenden in 2/3 der Zeit zu erarbeiten, die „normalen“ Auszubildenden zur Verfügung steht!

Beim Erfahrungsaustausch wurden deshalb folgende Maßnahmen beschlossen:

  • Die Studierenden sollen am Mathematik-Grundlagenkurs zu Beginn des Semesters teilnehmen, aber nur an relevanten Tagen, so dass der Unterrichtsausfall an der Berufsschule gering bleibt und Dopplungen vermieden werden
  • Die Studierenden sollen am Kick-off-Camp teilnehmen, jedoch ohne dessen Praxisteil, den sie ja bereits mit ihrer Arbeit im Unternehmen abdecken
  • Im ersten Studiensemester wird ein veranstaltungsfreier Tag beschlossen, der entsprechend der einzelnen Bedarfe gefüllt werden kann (Praxis im Unternehmen, Selbstlernzeit, Besuch von Vorlesungen etc.)
  •   Jeder dual Studierende erhält eine individuelle Studienberatung, in der auch die Praxiszeiten in seinem Unternehmen festgelegt werden. Zudem wird zu den Schwerpunkt- und Wahlpflichtfächer beraten.

Beim Treffen wurde deutlich, dass gemeinsame Absprachen aller Beteiligten und regelmäßiger Wissensaustausch für das gute Gelingen eines dualen Studiengangs unerlässlich sind.

Als Berufsschule waren wir besonders beeindruckt von der Vielzahl der Entscheidungen, die unter Anwesenheit aller Partner effizient getroffen werden können, den manchmal einfachen Lösungen sowie der konsequenten Orientierung an der Verbesserung der Studierbarkeit des Studiengangs.

Wir freuen uns bereits jetzt auf den nächsten Erfahrungsaustausch!

Koblenz, 27.03.2014, Gudrun Wienecke, BBS Wirtschaft Koblenz

"Bewährte Lernortkooperationen mit lokalen Unternehmen auf einer anderen Ebene fortführen" - BBSW I Ludwigshafen

„Durch die Beteiligung unserer Berufsschule können wir bewährte Lernortkooperationen mit lokalen Unternehmen auf einer anderen Ebene fortführen“


Die BBS Wirtschaft I Ludwigshafen betreut seit 2009 Studierende des Dualen Studiengangs Logistik der Fachhochschule Ludwigshafen, um sie auf die jeweilige IHK-Prüfung in den Bereichen Spedition- und Logistikdienstleistungen bzw. Industrie vorzubereiten. Seit 2012 sind wir auch wieder Kooperationspartner des betriebswirtschaftlichen Studienganges International Business Administration (IBA) sowie des Wirtschaftsinformatikstudiengangs International Business Administration and Information Technology (IBAIT). Die Studierenden dieser beiden Studienrichtungen, die unter dem Begriff Business and International Programs (BIP) zusammengefasst werden, legen ausschließlich die IHK-Prüfung zur Industriekauffrau-/ zum Industriekaufmann ab.

Unsere Aufgabe im dualen Studiengang ist die Vorbereitung der Studierenden auf die IHK-Prüfung mittels passgenauer Workshops, die wir - aus der Perspektive der Studierenden betrachtet - im 2., 3. und 4. Semester mit jeweils 16 – 36 Stunden pro Semester anbieten. Die vierstündigen Workshops finden, wie bereits während der Implementierung des Studiengangs mit der Hochschule vereinbart, innerhalb des Theoriesemesters an einem Nachmittag in unserer BBS statt. Für die Studierenden bietet sich so die Möglichkeit, Creditpoints für ihr Fachhochschulstudium zu erwerben und gleichzeitig ein qualifiziertes Feedback zu ihrem Leistungsstand, gemessen an den Anfor-derungen der IHK-Prüfung, zu erhalten.

Zur Abstimmung der Workshop-Inhalte wurden intensive Gespräche mit den einzelnen Fachbereichen der Hochschule Ludwigshafen und mit den federführenden Unternehmen geführt. Offizielle Treffen in Form von Beiratssitzungen begleiten die Fortführung dieses Abstimmungsprozesses. Der Lehrstoff wurde komprimiert und hinsichtlich seiner Bedeutung für die Prüfung neu bewertet. Dies fand in speziellen Skripten und Präsentationen Eingang, die auf den Bedarf der Studiengänge ausgerichtet sind. Im Vergleich zur traditionellen Rolle der Berufsschule sind wir in der Kooperation mit der Fachhochschule stärker in die Vorbereitung und Organisation des Prüfungsablaufs und der praktischen Prüfung involviert.

Die Workshops richten sich nach den Semesterzeiten. Dadurch entsteht für die Lehrkräfte eine schwankende Unterrichtsbelastung. Bei der Festlegung der Workshop-Termine muss auch der normale Unterricht an der BBS berücksichtigt werden, was nicht immer ganz einfach ist und auch manchmal eine zusätzliche Belastung der Lehrerinnen und Lehrer an der BBS bedeutet, die sich bei der Betreuung und Prüfungsvorbereitung der dual Studierenden engagieren. Das Zeitfenster für die Workshops wird über das ganze Schuljahr im Stundenplan freigehalten.

Dem höheren Arbeitsaufwand steht selbstverständlich auch eine Vielzahl positiver Effekte gegenüber, die für die Beibehaltung der Kooperation sprechen:

  • In Zeiten des zunehmenden Wettbewerbs der Bildungseinrichtungen untereinander können wir uns für unsere Ausbildungsbetriebe, Eltern und zukünftigen Schüler als innovativer, kompetenter und leistungsfähiger Partner positionieren. Wir können bewährte Lernortkooperationen mit lokalen Unternehmen auf einer anderen Ebene fortführen bzw. diese ausbauen.
  • Durch diese neue Art der Kooperation erhalten wir als Berufsschule einen vertieften Einblick in die Bildungslandschaft und können so den Leistungsstand unserer Berufsschüler mit mittleren Bildungsabschlüssen angemessen würdigen. Der fachliche Austausch mit der Hochschule und mit den Studierenden kommt uns auch im Unterricht in unseren Abiturientenklassen zugute.
  • Wir können unsere Erfahrungen mit der Hochschule in den Vollzeitschulen auch in die Berufs- und Schullaufbahnberatung einbringen und so jungen Menschen Orientierung geben und Perspektiven aufzeigen.
  • Durch die fachlichen und persönlichen Kontakte mit der Hochschule, mit den Studierenden und mit den Ausbildungsbetrieben haben wir die Chance, (zukünftige) Multiplikatoren und Entscheider von der Qualität der Berufsschule zu überzeugen und für uns zu gewinnen. So kann es uns eventuell mittelfristig gelingen, dass die Kooperation ausgeweitet wird, und das ausgewählte propädeutische Inhalte, wie z.B. die Einführung in das Rechnungswesen, von der Hochschule ganz, d.h. auch mit höheren Stundenansätzen, an die Schule verlagert werden.

 

Lucia Cornelius-Horstman, BBS Wirtschaft I, Ludwigshafen

Ihr Ansprechpartner

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Claudia Bonn

Duale Hochschule Rheinland-Pfalz
Lucy-Hillebrand-Str. 5
55128 Mainz
F: 06131 628-8511
M:bonn(at)dualehochschule-rlp.de